Fakultät der Parageschichte

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Faule Grete

Als der Höhne Park in der 2 Hälfte des 19 Jhd. seine jetzige gestalt erhielt, stellte man in ihm auch einige Steinfiguren im Stil der damaligen Zeit auf. Unter anderen stellte man an den Bach eine Mädchenfigur mit einem Krug auf. Im laufe der Zeit spann sich um diese Figur eine Legende, die von Müttern und Omis ihren Kindern und Enkeln bei den Sonntagsausflügen in den Park erzählt wurde. Und die ging so:

Vor langer, langer Zeit wohnte neben dem Park ein armes Ehepaar mit einer einzigen Tochter namens Grete. Als eines Sommers, große Hitze herrschte schickte die bettlägerig erkrankte, fiebernde Mutter Grete mit einem Krug an den Bach, Wasser holen. Am Bach angekommen, schöpfte Grete Wasser, und begann, wie das Kinder so an sich haben mit den kleinen Wellen und dem goldenen Sand am Boden des Bachs zu spielen und vergas dabei sowohl die Zeit, wie auch ihre durstende Mutter. Die, als die Tochter mit dem Wasser nicht erscheinen wollte, verfluchte, vom Durst gepeinigt, Grete mit den Worten:
"Mögest du ungehorsames Kind mit Herz aus Stein, als Stein, für immer dort bleiben wo du bist."
Und da "Vaters Segen und Mutters Fluch" ja unbedingt in Erfüllung gehen, blieb Grete versteinert am Bach als Mahnung zum Gehorsam und Fleiß für andere Kinder.

Die den Park schmückenden Figuren haben den Krieg nicht überstanden. Teile von zweien – auch der Faulen Grete – lagen noch bis ca. 1963 oberhalb des Weges, der am linken Bachufer entlang führt. Heute sind sowohl die Figur wie auch ihre Legende spurlos verschwunden.

Bearbeitet und übersetzt von: virt.Prof. Alter Schotte

8 November 2004 (pl)
12 Oktober 2005 (de)
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